Als der Deutsche Turner-Bund in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die ersten Turn-Talentschulen (TTS) ins Leben rief, geschah dies mit der Zielsetzung, in den olympischen Turnsportarten (Gerätturnen m/w, Rhythmische Sportgymnastik und Trampolinturnen) ein flächendeckendes Netz von Einrichtungen zu schaffen, in denen talentierte Kinder gezielt gefördert werden können. Hintergrund war die Erkenntnis, dass viele Talente in den Vereinen nicht erfasst werden können und dadurch verloren gehen.

 Es galt also umzudenken und für die Talentsuche und Talentförderung eine neue Basis zu schaffen.

Für die TTS gibt es einheitliche Anforderungen an die personelle und technische Ausstattung. Dazu zählen hochqualifizierte Trainer*innen, bundeseinheitliche Trainingseinheiten und -inhalte sowie Gerätehallen mit feststehenden Geräten, so dass der zeitaufwändige Auf- und Abbau entfällt. Im Gegensatz zum Vereinssport werden TTS durch den Deutschen Turner-Bund ernannt und als professionell arbeitende Leistungssporteinrichtungen geführt, in denen die Grundlagen für eine erfolgreiche Förderung im olympischen Spitzensport gelegt werden sollen.

Mit dem Prädikat „DTB Turn-Talentschule“ sind folgende Ziele verbunden:

  • die systematische und langfristige Vorbereitung turnerischer Talente auf hohe und höchste Leistungen;
  • die umfassende Ausbildung aller wesentlichen Leistungsvoraussetzungen im athletischen und technisch-koordinativen Bereich;
  • die perspektivisch angelegte Entwicklung von Wettkampfleistungen;
  • die sportartspezifische Belastungssteigerung und Belastungssicherung;
  • die Entwicklung stabiler Motivstrukturen für den Turnsport.

Zur Vergabe des Prädikates „DTB Turn-Talentschule“ werden hohe Standards herangezogen, die in allen Bereichen permanent überprüft werden. Konkret bedeutet dies, dass nach einem Zyklus von jeweils vier Jahren alle Prädikate auslaufen und neu beantragt werden müssen. Nach eingehender Prüfung hat der DTB die Anträge der im WTB bestehenden Turn-Talentschulen  für den Zyklus 2021-2024 genehmigt: Detmold, Dortmund und Greven (Gerätturnen w), Bochum und Siegen-Wittgenstein (Gerätturnen m) sowie Schwerte und „Mia Kaup“ in Brenschede (RSG).

Der Westfälische Turnerbund gratuliert den ausgezeichneten Leistungsstandorten ganz herzlich und wünscht weiterhin eine erfolgreiche Trainingsarbeit!

(Text/Foto: Hans-Joachim Dörrer)

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