Im Focus: Fachgebiet Ringtennis

Ein Moosgummiring, ein Netz und mindestens zwei Spieler - das ist Ringtennis. Ringtennis wird, wie auch das klassische Tennisspielen, den Rückschlagspielen zugeordnet und ist ein toller Sport für Familien und Schule. Die Erfolge der westfälischen Ringtennisspieler können sich sehen lassen. Hier stellen wir die Turnsportart in allen Facetten einmal vor.

Geschichte des Ringtennis
Mitte der 1920 er brachte der technische Bürgermeister der Stadt Karlsruhe das Spiel von einer seiner Schiffsreisen mit an Land und ließ direkt viele Ringtennisfelder anlegen. Diese Wettkampfanlage besteht noch heute.
Zunächst verbreitete sich das Spiel nur in Süddeutschland später jedoch in ganz Deutschland. Erste internationale Wettkämpfe gab es in den 1970er Jahren.
Ringtennis gehört zur Familie der Turnspiele und ist somit dem DTB zugeordnet.
2004 wurde der Weltverbandes World Tenniquoits Federation gegründet. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 2006 in Indien statt. Titelgewinner war Deutschland.

Zielgruppe: Familien
Ringtennis ist ein Spiel für die ganze Familie. Spielbar ist es ab ca. 9 Jahren, da in diesem Alter die motorische und koordinative Fähigkeiten ausgeprägt genug sind. Auch für Schulwettkämpfe eignet sich das Ringtennisspiel hervorragend.
Der momentan älteste Spieler ist bereits 80 Jahre und kommt aus der Region Pforzheim.

Wettkampfmodus
In Deutschland wird Ringtennis in eine Winter- und eine Sommersaison unterteilt.
Im Winter treten die Vereine in Mannschaftswettkämpfen gegeneinander an.
Gespielt werden in der Regionalliga: 2 Herren und 2 Dameneinzel, pro Geschlecht ein Doppel, und 2Mixed (Insgesamt 8 Spiele) In der Jugendliga wird zusätzlich noch ein alternierendes Doppel pro Geschlecht gespielt.(insgesamt 10 Spiele).
Jedes gewonnene Spiel bringt der Mannschaft 2 Punkte. Ein Unentschieden wird 1:1 gewertet. Pro Begegnung kann ein Team somit maximal 16 Punkte (Regionalliga) bzw. 20 Punkte in der Jugendliga holen. Platz eins und zwei der Tabelle berechtigt die Mannschaften, an den nationalen Mannschaftsmeisterschaften teilzunehmen.
Im Sommer wird Ringtennis als Einzelwettkampf betrieben. Dabei gilt es, sich in den Disziplinen Einzel, Doppel, Mixed und alternierendes Doppel über Landesmeisterschaften und Regionalmeisterschaften bis zu den Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren.
Weiterhin gibt es im Jahr noch einige Turniere, auf denen Punkte für die deutsche Rangliste gesammelt werden können.
Altersklasseneinteilung (jeweils w und m getrennt):
Jugend 11-14, Jugend 15-18, Meisterklasse 19+, Altersklasse 30,40,50

Wie funktioniert Ringtennis?
• Fangen ist nur mit einer Hand erlaubt
• Es muss in einer flüssigen Bewegung geworfen werden
• Antäuschen ist verboten
• Schmettern ist verboten
• Der Ring darf sich nicht überschlagen
• Mit dem Ring in der Hand darf nicht gelaufen werden
• Ein Punkt wird erzielt, wenn die gegnerische Mannschaft nicht fängt
• Disziplinen: Einzel, Mixed, klassisches Doppel, alternierendes Doppel
• Im klassischen Doppel ist es dabei egal wer fängt und wirft, im alternierenden Doppel müssen sich die Partner abwechseln.
• Feldmaße Länge 12.20m, Breite 5,50, im Einzel 3,70 (in der MK 4.60m), Sperrraum zwischen beiden Hälften 1,80m, Netzhöhe (1,55m, international 1,65m)

Ringtennis im WTB
Bei der RTG Weidenau gibt es Ringtennis seit 1951. Bei der SG Suderwich siedelte sich der Sport im Jahre 1997 durch Zuzug von zwei Familien aus dem badischen sowie aus dem niedersächsischen Raum an.
Aktuell wird Ringtennis außerdem noch beim Herdecker RV gespielt, hier nimmt jedoch niemand mehr am Wettkampfbetrieb teil.

Weidenau und Suderwich - aktive Vereine im WTB
Bereits zum zweiten Mal hintereinander richtet dieses Jahr ein westfälischer Verein die Deutschen Meisterschaften aus. Nach der DM 2015 in Suderwich ist nun die RTG Weidenau Ausrichter.
Zudem veranstaltet die RTG Weidenau jährlich die Weidenauer Schulmeisterschaften. In diesem Jahr feiert dieser Wettkampf in Siegen sein 20-jähriges Jubiläum. Hier greifen im Schnitt 250 Schüler aus 4-6 Schulen in 3 Alterklassen zum Ring.
Zum 57. Mal findet, ebenfalls unter Organisation der Weidenauer, eines der traditionsreichsten Turniere, das Krönchenturnier, statt. Diese Veranstaltung gilt als ein hochklassiges, stets sehr gut besuchtes Turnier.
Ein jährliches Schleifchenturnier sorgt dafür, dass die Spieler des Fachgebietes zusammenwachsen. Hier spielen Jung und alt zusammen. Viele Freundschaften haben sich hieraus entwickelt.

Aktive im WTB
Der WTB ist einer der erfolgreichsten Landesverbände in Deutschland. Von den insgesamt nominierten 16 Spielern bei der WM 2014, stammten 8 aus dem Fachgebiet des WTB und konnten sich 5 Medaillen in den Einzelwettbewerben sichern. Deutschland wurd bei dem Turnier in Südafrika Weltmeister.
Zahlreiche deutsche Meister in allen Altersklassen stellen die beiden aktiven westfälischen Vereine. Auch die Mannschaftstitel blieben schon mehrmals in Westfalen.
Im Jahr 2015 sammelte das WTB-Team bei den Deutschen Meisterschaften 7 Gold-, 6 Silber- und 12 Bronzemedaillen.
Zudem wurde das Jugendteam der SG Mannschaftsmeister. Bei den Vereinsmeisterschaften siegte die SG im Seniorenbereich ebenfalls, die RTG kam hier auf Rang 3.

Auch der erste Generalsekretär der World Tenniquoit Federation und Initiator der ersten Weltmeisterschafen, Reinhard Plog, kommt aus dem WTB. 2014 trat er nach langjähriger Amtszeit zurück.
Zwei Mitglieder des Technischen Kommites, dem höchsten Entscheidungsgremium des Ringtennissports, kommen aus der SG Suderwich: Julian Sauck ist Beauftragter für das Wettkampfwesen, Tobias Plößer kümmert sich um die Belange der Schiedsrichter.

4 aktive Nachwuchsspieler des WTB schafften es, sich für den Deutschen B-Kader zu qualifizieren: Valerie Häßlich, Julia Nörtershäuser (SGS) und Samir Issa, Maren Weber (RTG)

Ältester aktiver Spieler im WTB: Jürgen Meyer (75 Jahre). Er hat es im Jahr 2013 geschafft, Deutscher Meister im Männerdoppel der AK 40 zu werden.

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