„Das ist schon bitter!“ –  Die Enttäuschung stand Mara Steinborn, Stamm-Turnerin der Kunstturnvereinigung Dortmund (KTV), ins Gesicht geschrieben. Zu gerne hätte die 20-Jährige ihrem Team noch zum Aufstieg in die Regionalliga verholfen. Doch am Schluss fehlten fünf Zehntel zum entscheidenden dritten Platz beim Aufstiegskampf am 8. Dezember 2019 im bayrischen Unterföhring.

„Wir sind extra einen Tag vor dem Wettkampf angereist, damit wir in Ruhe den gemeinsamen Abend  genießen können und so den Anreise-Stress abmildern“, schildert Mara den Einstieg in das Wettkampf-Wochenende. „Morgens hatten wir nach dem gemeinsamen Frühstück dann noch Zeit zur mentalen Vorbereitung; im Team beraten wir auch das Wettkampf-Outfit inclusive Frisur.“ Denn im Wettkampf selbst muss dann alles stimmen; Gezuppel an den Haaren lenkt nur ab und wird im Übrigen auch von den Kampfrichtern geahndet.

Der Wettkampf selbst wurde dann zum Nervenkrieg: 11 Teams wollten den Aufstieg in die Regionalliga schaffen, aber nur drei Plätze standen zur Verfügung. Die KTV belegte am Ende mit einem halben Punkt Rückstand auf Rang 3 den fünften Platz. Trainer Mike Graff sieht dennoch eine kleine Chance, in die Regionalliga aufzurücken: „Sollte ein Verein sein Startrecht zurückgeben, stünden wir in den Startlöchern. Und es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass ein Team sich gezwungen sieht, seine Mannschaft zurückzuziehen.“ Immerhin hat auch die KTV Dortmund selbst - nach ihrem grandiosen Aufstieg in die 1. Bundesliga 2018 – angesichts ihrer Personaldecke den Weg ins Oberhaus nicht beschritten. Laut Liga-Statut muss man sich dann auf Regionalliga-Ebene neu qualifizieren.

Das ging jetzt daneben. „Dementsprechend bedrückt war die Rückreise-Stimmung“, erzählt Mike Graff, „die verpasste Quali trübte die gewohnte Heiterkeit ein.“

Maras Fokus wird fortan nicht mehr auf der aktiven Turn-Karriere liegen. Vielmehr will die Hobby-Fußballerin sich demnächst auf ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten der Stadt Dortmund konzentrieren.

„Ob es so ganz ohne Turnen geht, weiß ich noch nicht“, sieht die Allrounderin, die sich seit ihrer Kindheit in der Turnhalle tummelt, etwas unsicher in die Zukunft. Doch Trainerin Jutta Horn tröstet: „Dem Turnen bleibst du ja als Trainerin der Turn-Talentschule verbunden. Und letztlich hast du es dann selbst in der Hand und kannst immer mal wieder an die Geräte gehen, wenn dir danach ist.“

Die Lücke zu füllen ist nun Sache der Turnerinnen aus der WTB-Liga. Da stimmt es das Trainer-Duo Horn und Graff zuversichtlich, dass Mia Höcke, Carolina Stein, Lavinia Jäger und Sophia Dvorska am ersten Advent den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft haben.

Um den Platz in der Regionalliga turnten Mara Steinborn, Julie Albers, Janine Woeste, Cara Bierwirth, Joke Bingmann, Alice Martin, Kira Budde und Nesthäkchen Rabia Kurt.

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